Daredevil Dennis


Heute kommen wir zu einem sehr alten und etwas seltsamen Spiel, das ich aber früher, warum auch immer, gern gespielt habe: "Daredevil Dennis".

Das Spiel basiert grob auf dem Atari Automaten "Stunt Cycle" von 1977 und wurde 1984 für den BBC Micro und den Acorn Electron Rechner umgesetzt. Die mir bekannte C64-Version trägt den Titel "Daredevil Dennis - The Sequel", ist ebenfalls aus dem Jahr 1984 und wurde von "Visions Software Factory" veröffentlicht.

Die Story des Spiels ist eine der schrägsten, die ich in meiner Spielekarriere gesehen habe. Man möchte meinen, das der Programmierer schräges Zeug geraucht hat, aber der Programmierer, ein Engländer namens Simon Pick, war zu der Zeit erst 16 Jahre alt....

Das Spiel hat folgende Story:

Es geht um Dennis, einen ehemals erfolgreichen Schauspieler und Stuntman, der in seinen besten Zeiten einen Oscar gewonnen hat. Dennis hat einen Cousin namens Decideable Daft Douglas. Dieser hat den Oscar an sich genommen, ihn in kleine Teile zerlegt und in den Lagerräumen der Filmstudios Hollywoods versteckt. Aufgabe von Dennis ist natürlich seinen Oscar wiederzufinden.

Wer das Spiel nicht kennt, malt sich jetzt vielleicht grad interessante Bilder aus, wie das Spiel wohl aussehen mag....

Die Level teilen sich immer in 2 Abschnitte auf: Eine Wiese, quasi der Weg zum Studio und das Studiolager an sich. Auf der Wiese muss man, innerhalb eines Zeitlimits, Luftballons einsammeln und Blumen ausweichen (warum auch immer...).   

Die Wiese....Auftakt zu jedem Level bzw. "Take"

Im Studiolager nimmt Dennis dann natürlich, und das würde wohl jeder von uns so machen, ein Motorrad (!!!), um durch die Regale des Studios zu kommen und die benötigten Dinge einzusammeln. In den Studioregalen gilt es vielen Hindernissen (Tannenbäume, Blumen, Totenköpfe...das übliche halt 😁) auszuweichen und die Teile seines Oscars, die aus irgendwelchen Gründen an Ballons hängend zu Boden sinken, einzusammeln. In höher gelegene Ecken der Levels kommt man mit einer Art Sprungfeder, die am Boden steht.

Ein etwas komplexeres Level. Das goldfarbene etwas unten links ist ein Oscarteil,
von oben kommt ein weiteres per Ballon. 

Dennis kann mit dem Motorrad nach links und rechts fahren, sowie recht weit springen. 
Ziel ist es aus den Teilen einen kompletten Oscar zusammenzusetzen, wie im folgenden Bild links oben zu sehen. Das ist doch ganz klar ein Oscar oder??? 😂

Juhu....der Oscar ist wieder komplett

Das Spiel war in mehrere "Takes" unterteilt. Hatte man alle Oscarteile zusammen, gab es ein Extraleben und man kam ins nächste Studio, das natürlich schwerer war, als das Vorherige. Das Spiel war also nahezu endlos.

"Klappe, die Erste!"

Für kurze Zeit konnte man sich auch unverwundbar machen. Dies konnte man durch runterhalten des Joysticks erreichen. Die Story dahinter: Dennis ist Engländer und futtert jeden Morgen brav sein Porridge zum Frühstück. Das gibt ihm limitierte "Porridge Power", die man eben, wie beschrieben, abrufen kann. 

Passend zur der Oscar Story gab es auch entsprechende Schwierigkeitsgrade:

Sehr passende Schwierigkeitsgrade

Wie gesagt: Schräge Story - aber spassiges Spiel.
Es machte einfach Spaß mit dem recht agilen Bike durch die Level zu rasen und diese zu meistern. 

Fährt man übrigens irgendwo gegen oder fällt zu weit herunter, brennt das Motorrad spektakuär ab und man verliert eines der 5 Leben, die Dennis im Spiel (ohne Extraleben) hat. In dem Fall unten hat Dennis eine Blume berührt. Jeder weiß, was das für Folgen für Mensch und Maschine hat.... 😆

Ich zitiere mal Meatloaf (Bat out of Hell): "Torn and twisted at a foot of a burning bike...."

Wie oben beschrieben geht das Spiel auf einen Atari Automaten namens Stunt Cycle zurück.

Stunt Cycle (Arcade 1976/77)

Die erste Version von Simon Pick war dann die für den BBC Micro. Diese erzählt die Vorgeschichte, nämlich wie Dennis den Oscar für seine Stunts erhält. In diesem Spiel muss man, jeweils in 4 waagerechte Segmente unterteilte, Level bestehen, und dabei z.B. über ein Haus springen.

BBC Micro (1984)

Das C64 Spiel ist sozusagen die Fortsetzung der Geschichte, daher der Titelzusatz "The Sequel"
Mir war das vor der Recherche nicht bekannt, ich kannte das Spiel nur unter "Daredevil Dennis". Allerdings gab es den ersten Teil auch nur für die hier in Deutschland weitgehend unbekannten, aber in Großbritannien sehr populären, Geräte BBC Micro und Acorn Electron

Übrigens ist Simon Picks Karriere nach seinem Erstlingswerk ganz gut weitergegangen. Er hat für C64 einige Portierungen gemacht (z.B. von "Shinobi"), hat 1996 die "Die Hard Trilogy" als Lead Designer verantwortet und hat in den 2010ern an den letzten beiden Electronic Arts Spielen zu den Harry Potter Filmen mitgewirkt. 

Fazit:
Daredevil Dennis ist ein witziges C64-Spiel mit einer etwas schrägen Story. Aber auf jeden Fall ist es ein interessantes Erstlingswerk eines 16-jährigen Programmierers und macht einfach Spaß. Das Motorrad ist wunderbar agil und lässt sich ganz gut und sauber steuern. Mir ist nicht ganz klar, wie bekannt das Spiel eigentlich ist, aber bei uns in der "Schulhof-Gruppe" hatte man es damals. Es ist aber sicherlich keines der wirklich bekannten Werke, aber ich möchte ja auch mal auf weniger bekannte Titel eingehen, die nicht überall schon x-mal besprochen wurden....  

Hinweis: Alle Screenshots/Cover stammen von Mobygames (http://www.mobygames.com).

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