Retrospiele: Push-Over



Heute kümmere ich mich mal um ein älteres Knobelspiel das ich grade spiele. Ich habe es bei GOG wiederentdeckt, bin mir aber ganz sicher, das ich es damals irgendwann mal gespielt habe. Aber ich hatte nur noch sehr vage Erinnerungen... fast 30 Jahre her und so...😀. Außerdem hatte man damals (aus irgendwelchen Gründen...😁) immer sehr viele Spiele und hat nicht alle davon wirklich intensiv gespielt.

Das Spiel "Push-Over" kam 1992 über den britischen Publisher Ocean auf den Markt. Es handelt sich um ein Denkspiel mit 100 Leveln, die per Code direkt angewählt werden können, sofern man denn das vorherige Level geschafft hat.

 Darf ich vorstellen? G.I.Ant und der Hund Colin Curly samt Quavers (Vorspann

Man spielt eine kleine, nett animierte, Ameise namens G.I.Ant, die Dominosteine so anordnen muss, das man den Startstein umstößt und alle anderen Steine umfallen, der Schlussstein zuletzt. Den Startstein darf man frei wählen, der Schlussstein ist vorgegeben. Man hat nur einen Stoß.

Die Dominosteine stehen von Anfang an alle im Level, man kann keine neuen hinzufügen, man muss  lediglich die Vorhandenen, innerhalb eines Zeitlimits, "sortieren". Wenn ein Stein versetzt werden soll, nimmt die Ameise ihn hoch und schleppt ihn, gesteuert vom Spieler, zum Zielpunkt. Die Animation gibt einem dabei ein deutliches Gefühl von dem Gewicht des Steines...sehr niedlich.

Ein sehr einfaches Level

Jetzt wäre da ganze sehr einfach, wenn es nur "normale" Steine und eine Ebene gäbe. Es gibt aber meistens mehrere Ebenen und insgesamt 10 Steinarten. Neben dem normalen Stein ohne Sonderfunktion gibt es noch Steine die bei Berührung: verschwinden, explodieren, sich in 2 Steine aufteilen, nach oben schweben, verzögert umfallen, sich immer wieder überschlagen, Brücken bauen, andere Steine dauerhaft blocken und natürlich den Trigger Stein, der zuletzt umfallen sollte, um das Level zu schaffen. Alle Steinarten sind grafisch zu unterscheiden.

Man kommt also in ein neues Level und sieht alle Steine aufgebaut, Am besten man wirft den Startstein erstmal um und beobachtet, was passiert und wo es "hakt". Dann muss man nach und nach sehen, wie man die Steine so umbaut, das das Level machbar ist. Man hat unendlich viele Versuche, nach Ablauf der Zeit läuft diese auch ins negative weiter, man hat also Zeit das Level zu "lesen" und dann nochmal zu versuchen. Die Pausefunktion überblendet leider einen großen Teil des Bildschirms, weshalb diese wenig hilfreich ist. 

Beim Ablauf der Kettenreaktion ist einiges zu beachten. Wenn normale Steine eine Ebene runterfallen und direkt auf einem anderen normalen Stein landen, ergibt das einen Haufen Steinschrott und die Kettenreaktion ist gestoppt. Fällt er aber z.B. auf einen Stein der sich teilt, so wird dieser ausgelöst und die Kettenreaktion geht jetzt nach links und rechts weiter. Wichtig ist am Ende nur, das alle Steine umgefallen sind, der "Trigger" zuletzt. 

Im Bild unten ist z.B. das Problem, das der Triggerstein (3 rote Streifen) auf der 1. Ebene von unten steht, auf der untersten Ebene aber vorher noch Steine umfallen müssen...Was tun? Die Lösung ist einfach, man muss etwas "out of the Box" denken: Wer sagt denn, das der Startstein immer oben sein muss? Das Level unten ist nur lösbar, wenn man den linken unteren Stein als Startstein nach rechts schubst.... Ich erkläre es mal....

Schon schwieriger (Lösung siehe unten)

Zuerst muss man den ganz linken oberen Stein (rechts von der oberen Tür) mitnehmen und mit ihm ganz nach rechts laufen und eine Ebene "runterfallen" um ihn dort auf das leere Feld abzustellen. Dann geht man ganz nach unten und schubst den ganz linken Stein nach rechts. Die untere Reihe fällt komplett nach rechts, der letzte Stein ist ein "Aufsteiger". Dieser steigt nach oben an die 1. Decke, wird vom roten "Stopper" nach links gedrückt und stößt die Steine der 1. Ebene nach links, und steigt danach weiter auf. Am Ende der 1. Ebene ist wieder ein "Aufsteiger", der an die Decke darüber steigt und dann nach links die Kettenreaktion fortsetzt. Währenddessen ist der 1. Aufsteiger weiter von Decke zu Decke aufgestiegen und hat nach und nach die Steine der 2., 3. und 4. Ebene umgeworfen. Die Kettenreaktion auf der 3. Ebene wird durch einen Verzögerungsstein (diagonal getrennte Farben) kurz aufgehalten und wird dann mit dem "Flipper" (gelb/rot/gelb) fortgesetzt. Dieser überschlägt sich immer weiter nach links, fällt dabei natürlich runter und stößt den Triggerstein um. Das Level ist geschafft! Man musste also in dem Level lernen, das erstens der Startstein nicht unbedingt immer oben sein muss, und das man, zweitens, auch mit Stein eine Ebene runterfallen kann, wenn mal keine Leiter zur Hand ist. Außerdem musste man in einem recht komplex aussehenden Level nur einen Stein versetzen. 

Glaubt mir, wenn man nicht gleich darauf kommt, die Kettenreaktion von unten anzustoßen, kann man in so einem Level viel Zeit mit Umbauversuchen zubringen... 😂      

Hat man das Level geschafft, geht eine Tür auf und G.I.Ant geht jubelnd hindurch. Dann bekommen wir den Code zum neuen Level, damit wir später wieder dort einsteigen können. 

In höheren Leveln muss man auch noch live eingreifen, wenn man die Kettenreaktion schon gestartet hat. Dann muss man schnell z.B. auf eine untere Ebene und unter Zeitdruck z.B. Steine tauschen.

Ich spiele das Spiel grade noch aktiv, habe es also noch nicht "durch". Aber es macht großen Spaß und es kommt immer wieder dieses "noch ein Level" Gefühl auf. Es ist ein Zeitfresser 😀.

Interessanter Fakt am Rande: Die Story des Spiels, die man im (leider nicht abbrechbaren) Vorspann erfährt, dreht sich um einen Hund namens "Colin Curly", den besten Freund der Ameise G.I.Ant. Leider hat Colin seine geliebten Kartoffelchips namens "Quavers" in einen Ameisenhügel verschüttet, aber sein Kumpel bietet selbstlos seine Hilfe an. Je nach Erfolg bekommen wir nach und nach eben diese Chips zurück. 

In Großbritannien war das Spiel ein Werbespiel der Snackfirma "Smith" und wurde entsprechend vertrieben. Da im Rest von Europa weder die Fa. Smith noch deren Chipsprodukt "Quavers" bekannt sind, wurde das Spiel hier einfach als Vollpreistitel verkauft. Sehr clever. 

Fazit:

Push-Over ist ein sehr schönes und gutes Spiel, das man auch noch fast 30 Jahre nach dem Release spielen kann, zudem es einige Remakes gibt. Die Musik nervt manchmal etwas, aber sonst ist es ein schönes und auch forderndes Denkspiel. Es war Anfang der 90er in guter Gesellschaft, denn 1991 kam Lemmings raus und 1992 startete die, am ehesten vergleichbare, Serie "The incredible Machine".

 Hinweis: Alle Screenshots/Cover stammen von Mobygames (http://www.mobygames.com).

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