Retrospiele: The Last Express

 


The Last Express von 1997 war eines der letzten DOS-Spiele und wurde von Jordan Mechner programmiert, der, unter anderem, auch für Prince of Persia verantwortlich ist. The Last Express lag bei mir länger rum, aber kurz vor Weihnachten war es dann doch "fällig".

Das Spiel fällt sofort wegen dem etwas eigenwilligem Art-Style auf, meiner Meinung nach ist es ein Kunstwerk. In dem Spiel fährt man 1914, am Vorabend des 1. Weltkrieges, mit dem Orient Express von Paris nach Konstantinopel. Im Zug wollte man einen Freund treffen, dieser wird jedoch ermordet.... das Spiel beginnt...

Das Highlight des Spiels ist ganz klar der Zug an sich, denn die Macher haben sich über Eisenbahn-Fans einen Originalwaggon des Orientexpresses besorgt und diesen digitalisiert. Um es kurz zu machen: Der Zug sieht fantastisch aus, auch heute noch. Die Personen im Zug sind gezeichnet, bewegen sich aber sehr realistisch, die Sprachausgabe ist auch gut gelungen. Zuerst fällt einem als Spieler allerdings die Orientierung nicht leicht, weil die Bewegung im Zug nicht flüssig und frei sondern in Schritten erfolgt. Das ist zuerst ungewohnt, funktioniert aber nach ein paar Minuten gut. Einzig das sich die Figur, je nach Standort mal um 90° und mal gleich um 180° dreht ist etwas hakelig.

Die Story mit vielen interessanten Charakteren dreht sich weiter um einen Waffenschmuggel kurz vor Kriegsausbruch... jetzt dürfte der Name des Spiels auch klar werden oder? ;)

Das Spiel spielt sich, nach anfänglichen Schwierigkeiten gut und ist ein sehr gut gealtertes Adventure mit kleinen Action-Kampfeinlagen. Diese sind teilweise gar nicht ohne, für die serbische "Schwertmeisterin" auf dem Zugdach habe ich einige Versuche gebraucht. 

Die Geschichte nimmt zum Ende hin deutlich an Fahrt auf, zwischendurch ist man stinkreich, weil man einem Koffer voll Gold und einem wertvollem goldenen Artefakt habhaft werden konnte. Das mit dem Koffer erledigt sich aber leider schnell, weil der rechtmäßige Besitzer ihn mit Waffengewalt wiederhaben will. Und das nur weil ich auf den Zug geklettert, das Glasdach seines Privatwaggons eingetreten habe, bei ihm eingebrochen bin und seinen Tresor geknackt habe? Man kann sich auch anstellen.... 😂

Das Ende des Spiels gefällt mit allerdings gar nicht und hat mir etwas das ganze Spiel etwas vermiest. Die Geschichte dreht sich auch um die alte russische Sage des Feuervogels, und man kann die ganze Spielstory als Interpretation der Selben sehen. Mir hätte der realistische Part gereicht, das Ende fand ich komplett blödsinnig und übertrieben. Trotzdem ist das Spiel sehr interessant und eine tolle Erfahrung, denn die Progression der Geschichte und auch der Charaktere ist sehr schön gemacht.

Und was lernt man fürs Leben? Spontan würde mir einfallen, das es sinnvoll wäre, eine Schusswaffe im Handgepäck zu haben, wenn man 1914 östlich von Wien unterwegs ist... 😂  

Fazit:

Großartiges Spiel mit wirklich tollen Charakteren und schöner Atmosphäre. Die Story ist nicht so meins, aber Highlight des Spiels ist für mich sowieso der Zug, der mit einer großen Liebe zum Detail umgesetzt wurde. Allein dafür lohnt sich das Spiel. 

Hinweis: Alle Screenshots/Cover stammen von Mobygames (http://www.mobygames.com).

Alle verwendeten Icons, Screenshots, Bilder und andere Grafiken sowie alle verwendeten Marken-, Spiele- und Produktnamen und Logos sind Eigentum ihrer jeweiligen Besitzer.