Retrospiele: Conquests of the Longbow - The Legend of Robin Hood


Ich muss zugeben, das ich um Spiele des Herstellers Sierra in den 90ern einen großen Bogen gemacht habe. Mein erstes Adventure damals war von Lucasarts und irgendwie war ich ab da für Sierra verloren. Ich habe damals das Interface als veraltet empfunden und die Nummer mit dem Punktestand war auch nie so ganz meins.

Jetzt habe ich mir mal ein klassisches Adventure von Sierra aus dem Jahr 1991 rausgesucht: 

Conquests of the Longbow - The Legend of Robin Hood

Das Spiel hat mich schon von der historischen Thematik her angesprochen und so habe ich es mir mal in einem Sale bei GOG zugelegt. 

Schon gleich am Anfang fällt das Spiel durch sein hübsches Intro und danach durch das (damals grade neue) Sierra Menü auf. Im Nachhinein finde ich dieses sogar besser als das Verben-Interface von Lucasarts. Die Grafik ist zeitgemäß, teilweise wirklich hübsch gezeichnet und eigentlich gut gealtert. 

Im Spiel versucht man, als Robin Hood natürlich, Lösegeld für den Freikauf des, auf dem Rückweg vom Kreuzzug gefangen genommenen, Richard Löwenherz zusammenzubekommen. Das Spiel ist in Tage eingeteilt, die man immer mit seinen Gefolgsleuten im Sherwood Forest startet und beendet. 

Die verschiedenen Tage entsprechen den Missionen die, alles in allem, nicht sehr schwer und auch nicht übermäßig lang sind. Aufgelockert wird das Spiel durch nette Dialoge, eine Liebesgeschichte, den einen oder anderen Überfall und auch kleinen Mini-Spielen wie z.B. einem Mühlespiel in der Kneipe, das man gewinnen muss. Natürlich dürft ihr auch euer Können mit dem Bogen unter Beweis stellen.

Da man während der Missionen für bestimmte Aktionen sierra-typisch Punkte bekommt, gibt es insgesamt 4 mögliche Enden des Spiels, wobei eines davon etwas mit einem Strick zu tun hat und einen jeder Zeit ereilen kann, wenn man sich irgendwie blöd anstellt. Gleich beim ersten Versuch bin ich zum Beispiel, ohne jede Verkleidung, direkt in die Kneipe in Nottingham gegangen. Dort waren allerdings einige Wachsoldaten zugegen, die meinten, ich wäre am Galgen noch viel besser aufgehoben... 😂

Aber auch im Kloster kann man ziemlich Probleme bekommen, auch wenn es sehr hübsch ist....

            

Je nach dem wie man sich angestellt hat, gibt es am Ende eine lange Schlußsequenz in der seine Taten genau betrachtet und bewertet werden. Das führt zu einem der möglichen Enden, meines war das Beste mit Belobigung, Titel, Ländereien und einer schönen Frau an meiner Seite 😀. Diese Art des Spielendes finde ich sehr schön, da man alles nochmal Revue passieren lassen kann und man so einen gewissen Stolz auf das Geleistete entwickelt. 

Ich muss abschließend sagen, das mir das Spiel außerordentlich gut gefallen hat, sowohl von der Grafik, als auch von der stilechten Musik sowie der Atmosphäre. Die Story ist interessant, die Aufgaben spannend und die Texte, besonders zwischen den "Getreuen" im Wald, haben genau die richtige Humor-Mischung. Das ganze Spiel wirkt sehr "erwachsen", viel mehr als die Lucasarts Titel der Zeit. Insgesamt durfte ich knapp 8:30 Std. in Sherwood, Nottingham und umzu zubringen, eine Zeit die ich sehr genossen habe.

Übrigens: 

Für die englische GOG Version gibt es einen Deutsch-Patch, auch bei GOG, aber nur im Forum. 

Fazit:

Ich muss, zu meinem Leidwesen, zugeben das ich damals ein kleines Meisterwerk verpasst habe, denn an dem Spiel stimmt eigentlich alles. Wer sich für die Robin Hood Geschichte begeistern kann und auf klassische Point-and-Click Adventures steht, sollte das Spiel und das damit verbundene Erlebnis unbedingt nochmal nachholen. 

Hinweis: Alle Screenshots/Cover stammen von Mobygames (http://www.mobygames.com).

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